Dieses Stück wurde schon 1977 im Schlüsselsaal gespielt. Das aussergewöhnliche aber
war, dass die drei damaligen Hauptakteure, Josef Odermatt, Klaus Odermatt und
Hanspeter Christen nach 19 Jahren nochmals die gleichen Rollen unter der gleichen Regie
spielten. Das Stück war wieder ein grosser Erfolg. Da anzuschliessen war schwierig.
Darum beschloss die GV 1997 mit dem Theaterpädagogen Simon Ledermann und dem
Stück «Vo Meys und Mänsche» eine neue Herausforderung anzunehmen. Sie gelang.
Darum spielte man im nächsten Jahr «Vo Edelstei und Lupä» nochmals mit derselben
Regie. Profis sind gut ausgebildet und man kann als Spieler oder Bühnenbauer sehr
viel von ihnen profitieren. Aber sie kosten viel Geld und sprengen das Budget der TGD.
Im Frühjahr 1999 begannen die Proben für «Schuhmacher Martin», ein Spiel, das in
der Pfarrkirche stattfand.
Als Regisseur versuchte sich erstmals Klaus Odermatt. Was heisst hier versuchte, er
führte Regie. Aufgrund seiner reichen Erfahrung als Spieler gelang ihm dies auf Anhieb.
Überhaupt schien das Jahr 1999 sein Jahr zu werden. Er schrieb nach sehr vielen
gelungenen Sketchen erstmals ein Theaterstück, bei welchem er im Herbst selber die
Spielleitung übernahm. Mit dem Thema hatte er sich schon längere Zeit befasst und
viele Recherchen angestellt. «Die eine wilde Jagd» brachte den ganzen Verein gewaltig
auf Trab. Schon vor der ersten Aufführung war alles ausverkauft. Ruth Regli, die den
Vorverkauf seit Jahren erfolgreich bewältigte, wusste sich am Telefon nicht mehr
zu wehren. Eine Krisenvorstandsitzung wurde einberufen. Für die Zuschauer musste
mehr Platz geschaffen werden, Zusatzaufführungen wurden nach Absprache mit dem
Gemeinderat, dem Jodlerklub Wiesenberg und dem ganzen Produktionsteam angesagt,
eine ziemlich schwierige Angelegenheit, da viele Terminkollisionen vermieden werden
mussten. Am Dienstagabend fand die Vorstandsitzung statt, am Mittwochmorgen
hatte Hanspeter Christen die Pläne für die erweiterte Tribüne fertig. Zwei Lastenzüge
Palletten wurden herangekarrt, Latten und Platten besorgt. Dank treuen, fleissigen
Vereinsmitgliedern konnte am Samstag auf der neuen 300 Personen fassenden Tribüne
gespielt werden. Alle folgenden Aufführungen waren ausverkauft und man hätte noch
viele anhängen können. Aber einmal musste dieser noch nie dagewesene Erfolg
beendet werden, obwohl die Warteliste noch lang war. Die GV 1999 hatte beschlossen,
dass die TGD an den europäischen Mundarttagen in Nürnberg teilnehmen werde. Verlangt
wurde dort eine Produktion in Mundart, mit Musik und Gesang. Als kein geeignetes
Stück gefunden wurde, beschloss der Vorstand eine eigene Blasmusik und ein Jodlerchörli
zu gründen. Klaus Odermatt schrieb «Die eine wilde Jagd» um, Hanspeter Christen
änderte das Bühnenbild, auf die dortigen Verhältnisse. Ein Teil wurde als Freilicht, der
andere Teil im Saal gespielt. Die Spieler blieben die Gleichen, nur ausgerechnet der
Wilderer Scheuber musste ersetzt werden. Sandro Christen übernahm diese Rolle, lernte
den Text innert kürzester Zeit und nach einigen Proben ging es los, das dritte Ausland-
Abenteuer. Spielort war eine wunderschöne alte Mühle. Dort wurden Produktionen aus
verschiedenen Gegenden Deutschlands, Österreich, Südtirol, dem Elsass und der Schweiz
geboten. Nach jeder Aufführung dankte ein Mitglied des dortigen OK der Spielgruppe.
Nach der Aufführung der TGD war eine Weile betretenes Schweigen, dem Mann kullerten |